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Praxisworkshop: Reinigung und Desinfektion in Aquakultur-Betrieben

Auch in der Forellenhaltung sind Desinfektion von Haltungswasser und Reinigung von Oberflächen der Haltungseinheiten und Verarbeitung für die Betriebssicherheit unerlässlich.


in Kooperation mit KESLA HYGIENE AG

Termin:   Dienstag, 17. April 2018
Uhrzeit:   10:00 – 17:00 Uhr
Ort(e):  

Die Anforderungen an Hygiene und Seuchenschutz in Aquakulturbetrieben sind hoch. Die Desinfektion von Haltungswasser in Anwesenheit von Speisefischen, die effiziente Reinigung und Desinfektion von Haltungsbecken, Arbeitsflächen und Transport-fahrzeugen, sowie die Mitarbeiterhygiene stellen besondere Anforderungen an die zum Einsatz kommenden Produkte und Verfahren. Im Rahmen dieses ein-tägigen Praxisworkshop erhalten die Teilnehmer eine fundierte fachliche Einführung in die rechtlichen, wissenschaftlichen und technischen Grundsätze der Betriebshygiene unter Einsatz von Peressigsäure (PES). Im Anschluss an die Theorie werden diese Verfahren im Praxisbetrieb demonstriert.

Die Veranstaltung ist als Fortbildungsveranstaltung für Tierärzt/Innen mit fünf (5) Stunden nach §10 ATF-Staturen anerkannt. Eine entsprechende Teilnahmebescheinigung wird vor Ort nach Kontrolle der Teilnahme ausgestellt. Wenn Sie eine Teilnehmabestätigung erhalten wollen, weisen Sie bei Ihrer Anmeldung hierauf bitte besonders hin.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung per Email an info@knaq-sh.de ist unbedingt erforderlich bis spätestens 10. April 2018.

...in Kooperation mit KESLA Hygiene AG

Firma KESLA Hygiene AG

Der Workshop wird angeboten vom Kompetenznetzwerk Aquakultur (KNAQ) in Kooperation mit der Firma KESLA HYGIENE AG.  Die KESLA HYGIENE AG mit Firmensitz im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Desinfektionsmitteln und Körperpflegeprodukten. Die Leitmarken heißen Wofasteril (Desinfektion auf Basis von Peressigsäure-Spezialitäten), Wofasept (Desinfektion) und Wofacutan (Medizinalkosmetik). Zu den Alleinstellungsmerkmalen gehört seit Ende der 90er Jahre bei Wofasteril die Alkalisierbarkeit mit dem speziell hierfür entwickelten Reinigungs- und Pufferadditiv alcapur, einer tensidhaltigen Natronlauge. Durch die alkalisierte Peressigsäureanwendung der Wofasteril-Kombiverfahren werden Gerüche minimiert und die Materialschonung auch an Buntmetallen maximiert.

Weitere Informationen zu den Produkten für die Fischzucht finden Sie unter diesem LINK.

Tagesordnung

Uhrzeit Aktivität Ort
10.00 Eröffnung & Begrüßung Seminarraum DEULA
Dr. Stefan Meyer Grüner Kamp 13,
24768 Rendsburg
10.15 Biosicherheit in der Aquakultur – rechtliche Anforderungen an Reinigung und Desinfektion
Dr. Dirk W. Kleingeld, LAVES
10.45 Verlustreduzierung in Kreislaufanlage – Auf die Strategie kommt es an
Petra Bartschat, Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Land Brandenburg
11.15 Hygienisierung mit Peressigsäure – Erfahrungen aus dem Labor
Dr. Thomas Meinelt, IGB
11.45 Wofasteril: Keimreduktion – Wo? Womit? Wie?
Martina Baumann, KESLA
12.15 Diskussion
12.45 Mittagsimbiss
Anschließend Abfahrt im eigenen PKW zu Fischzucht Reese (ca. 40 min Fahrtzeit)
14.30 Begrüßung & Betriebsführung Fischzucht Reese
Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber, Gunnar Reese Papiermühle 4
24616 Sarlhusen
15.00 Demonstration des PES-Einsatzes in verschiedenen Arbeitsbereichen:
- Fischhaltung
- Verarbeitung
- Fahrzeug
- Personal
17.00 Diskussion und kulinarischer Ausklang mit regionaler Räucherware

Kleingeld: Biosicherheit in der Aquakultur

Biosicherheit in der Aquakultur
- Rechtliche Anforderungen an Reinigung und Desinfektion

Dr. Dirk Willem Kleingeld
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit,
Task-Force Veterinärwesen (Standort Hannover), Eintrachtweg 19, 30173 Hannover
dirk.kleingeld@laves.niedersachsen.de

Zusammenfassung:
Seit Inkrafttreten des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) im Jahr 2014 ist jeder Tierhalter verpflichtet, in seinem Bestand Biosicherheitsmaßnahmen zu etablieren. Wer Fische hält, hat gemäß § 3 Nr. 1 TierGesG demnach dafür Sorge zu tragen, dass Tierseuchen weder in seinen Bestand eingeschleppt noch aus seinem Bestand verschleppt werden.
Wer in einem Aquakulturbetrieb Fische hält, bedarf dafür außerdem der Genehmigung durch die zuständige Behörde. Gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a der Fischseuchenverordnung (FischSeuchV) erteilt die zuständige Behörde die Genehmigung auf Antrag, soweit sichergestellt ist, dass durch geeignete Maßnahmen keine Seuchenerreger übertragen werden können, d. h. nachweislich Biosicherheitsmaßnahmen vorgehalten werden. Für Transportvorrichtungen gilt ferner, dass diese gemäß § 18 Abs. 3 FischSeuchV vor erneuter Benutzung gereinigt und desinfiziert werden müssen.

Reinigung und Desinfektion von Haltungseinrichtungen, Geräten, Transportvorrichtungen, Verarbeitungsbereichen, befruchteten Eiern und Arbeitskleidung stellen eine wichtige Säule der Biosicherheitsmaßnahmen in der Aquakultur dar. Eine wirksame Desinfektion setzt zunächst eine gute Reinigung der Oberflächen voraus. Wichtig ist, dass nur Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, die über ein gesichertes Wirkungsspektrum gegen die jeweiligen Erreger verfügen. Daher sollten für die Geräte- und Flächendesinfektion nur geprüfte Desinfektionsmittel verwendet werden, die in der DVG-Liste (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft) aufgeführt sind. Kälte- und ggf. auch Eiweißfehler sind zu beachten. Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung) dürfen nur für den jeweiligen Anwendungsbereich zugelassene bzw. verkehrsfähige Biozidprodukte zur Desinfektion verwendet werden.

Im Seuchenfall regelt die FischSeuchV, dass eine anzeigepflichtige Fischseuche nur dann als erloschen gilt, wenn u. a. die Desinfektion des Betriebes oder einzelner in sich abgeschlossener Teile des Betriebes nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde durchgeführt worden ist. Hinsichtlich der Desinfektionsmaßnahmen im Seuchenfall ist die Richtlinie über Mittel und Verfahren für die Durchführung der Desinfektion bei anzeigepflichtigen Tierseuchen des BMEL (Desinfektionsrichtlinie, Stand: November 2009) zu beachten, die derzeit aktualisiert wird.

Über den Referenten:
Studium und Promotion: Studium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Aquakultur in den Niederlanden (Abschluss 1984), Promotion an der Georg-August-Universität in Göttingen (2010)
Berufliche Tätigkeit:
-    1984 - 1990: Mitarbeiter in der Abteilung Aquakultur der Georg-August-Universität Göttingen
-    1991 - 2001: Mitarbeiter beim Staatlichen Fischseuchenbekämpfungsdienst Niedersachsen und Fischgesundheitsdienst (Bezirksregierung Hannover)
-    Seit 2001: Mitarbeiter im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Fachdezernat Task-Force Veterinärwesen am Standort Hannover
Zuständig (beratend) für die Bereiche „Fischseuchenbekämpfung“, „Tierschutz bei Fischen und aquatischen Invertebraten“ und „Fischsterben“. Vorsitz von und Mitglied in mehreren Arbeitsgruppen und wissenschaftlichen Beiräten.
Ehrenamtliche Tätigkeit: Vorsitzender der deutschen Sektion der European Association of Fish Pathologists (EAFP)

Bartschat: Verlustreduzierung in Kreislaufanlage

Verlustreduzierung in Kreislaufanlagen –
Auf die Strategie kommt es an

Dipl. Fischereiing. Petra Bartschat
Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit, Land Brandenburg
petra.bartschat@lavg.brandenburg.de

Zusammenfassung:
Krankheitsbedingte Fischverluste in Aquakulturanlagen stellen Fischwirte und Fischgesundheitsdienste vor besondere Herausforderungen. Die Reduzierung der Verluste setzt Kenntnisse über die Verlustursachen in Verbindung mit den jeweils in den Anlagen herrschenden Umwelt- und Haltungsbedingungen voraus. Die Wasserverfügbarkeit in Qualität und Quantität ist ein Faktor, der in besonderem Maße die Aufzucht von Fischen in Aquakulturanlagen beeinflusst. Prävention durch Betriebs- und Anlagenhygiene bilden eine wesentliche Säule zur Verbesserung der Gesundheitssituation in Aquakulturanlagen. Untersuchungen unter Brandenburger Praxisbedingungen haben gezeigt, dass die Erstellung eines anlagenspezifischen Hygienemanagements zum gewünschten Erfolg führen kann. Erkenntnisse aus den bisherigen Untersuchungen und erste Lösungsansätze werden vorgestellt.

Über die Referentin:
Petra Bartschat hat nach der Ausbildung zum Fischwirt ihre Diplomarbeit 1991 zu Konditionsuntersuchungen bei Satzkarpfen an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt. Sie ist als Mitarbeiterin im Dezernat Tierseuchenüberwachung, Tiergesundheit, Tierschutz und Tierarzneimittelüberwachung des LAVG zuständig für das Fachgebiet Fischseuchen und Fischgesundheit. Zu ihren Aufgaben gehören die Überwachung der Aquakulturbetriebe hinsichtlich Fischseuchen gemäß Fischseuchen VO im Land Brandenburg, sowie die Unterstützung der Sanierung im Falle des Ausbruchs einer Fischseuche.

Meinelt: Hygienisierung mit Peressigsäure

Hygienisierung mit Peressigsäure -
Erfahrungen aus dem Labor


Dr. Thomas Meinelt, et al.,
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Abteilung Ökophysiologie und Aquakultur
meinelt@igb-berlin.de

Zusammenfassung:
Aufgrund fehlender zugelassener Therapeutika gegen Fischkrankheiten kommt der Keimreduktion zur Prävention von Fischkrankheiten wachsende Bedeutung zu. Eine wirksame Substanz ist Peressigsäure (PES). Beginnend mit in-vitro Untersuchungen wurde im IGB die Wirksamkeit von PES gegen verschiedenste Fischpathogene (Bakterien, Pilze, Protozoen, Metazoen) untersucht. In vergleichenden Untersuchungen wurde der Einfluss chemisch-physikalischer Parameter auf die Wirksamkeit und Fischtoxizität verschiedenster PES-Produkte geprüft. In Zusammenarbeit mit verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen sowie Praxisbetrieben wurde die Wirksamkeit von PES in-situ geprüft und Applikationsanleitungen für die aquakulturelle Praxis abgeleitet. Es werden ausgewählte Applikationsstrategien vorgestellt und diskutiert.

Über den Referenten:
Thomas Meinelt hat seine Diplomarbeit 1987 in Fischkrankheiten und seinen Ph.D. 1990 in Fischtoxikologie an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt. Er ist leitender Wissenschaftler der AG Fischpathologie und stellvertretender Leiter der Abteilung für Ökophysiologie und Aquakultur am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Seine aktuellen Forschungsgebiete sind die Fischtoxizität von Abwässern der Kalibergbauindustrie sowie alternative Behandlungsmethoden in der nachhaltigen Aquakultur.

Baumann: Wofasteril Keimreduktion

Wofasteril: Keimreduktion –
Wo? Womit? Wie?

Martina Baumann
Dipl. – Ing. (FH)
Anwendungsberaterin
KESLA HYGIENE AG
Martina.Baumann@kesla.de

Zusammenfassung:
Peressigsäure ist ein Wirkstoff mit einem einzigartigen Wirkungsspektrum. Deshalb reicht sein Einsatz von der Hygienisierung des Wasserkörpers über die Desinfektion von Flächen wie Hälterungen, Becken, Ausrüstungsgegenständen und Arbeitsgeräten bis hin zur Fahrzeugdesinfektion. Prophylaktische Maßnahmen im Bereich Reinigung & Desinfektion sind ausschlaggebender Bestandteil einer gesunden Fischwirtschaft. Dabei bildet unter vielen allgemeinen und individuellen Maßnahmen die Einhaltung von Hygienerichtlinien eine vordergründige Rolle, um eine Erregerverschleppung zu vermeiden oder Infektionsketten unterbrechen zu können.

Für die exakte Dosierung von Desinfektionsmitteln ist es empfehlenswert, Dosierhilfen oder
Dosiergeräte zu benutzen. Natürlich ist auch der Einsatz von Applikationstechnik, wie Hochdruckschaumgeräte, Sprühwagen etc. bei einer Flächendesinfektion erfolgsfördernd. Hier ist die Benetzung der Flächen mit Desinfektionsschaum (z.B. leere Aufzuchtbecken etc.) besonders optimal. Durch
beste Haftung des Schaumes an den Flächen ist damit eine optimale Einhaltung der Einwirkzeit des Desinfektionsmittels gesichert.

Die konsequente Durchsetzung einer Reinigung und Desinfektionen bildet die Grundlage einer erfolgreichen Tierhaltung. Nur durch gezielte und kontinuierliche Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen, ist ein Erfolg auch langfristig zu erreichen. Dabei spielt das Verstehen dieser Problematik und das Engagement aller Mitarbeiter eines Betriebes die ausschlaggebende Rolle.

Über die Referentin:
Seit 3/ 2008 Kundenbetreuerin/ Anwendungsberaterin im Außendienst für Land Brandenburg KESLA HYGIENE AG/ Firmensitz in Bitterfeld-Wolfen
1996 – 2008 Mitarbeiterin TA-Praxis für Groß- und Kleintiere
1991 – 1996 Elternzeit
Aus- und Weiterbildung:
2014 Hygienemanager
2012 Geprüfter Desinfektor
1987 – 1990 Dipl.- Ing. (FH)/ Technologie der Fleischverarbeitung, Studium an der Agraringenieurschule für Tierproduktion und Fleischwirtschaft in Oranienburg


Praxisbetrieb: Fischzucht Reese

Demonstration des PES-Einsatzes in verschiedenen Arbeitsbereichen

Zu Gast bei:
Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber
Gunnar Reese

Fischzucht Reese
Papiermühle 4, 24616 Sarlhusen

zur Anfahrtskizze


1738 beschloss Johann Christoph Richter bei Sarlhusen eine Papiermühle zu errichten und nutzte das Quellwasser für die Herstellung von hochwertigem Büttenpapier. 1872 kauft Marx H. Reese das Anwesen der 1864 abgebrannten Papiermühle und begann mit der Landwirtschaft. Seit 1885 werden auf der ehemaligen Papiermühle Forellen erzeugt, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Überseelinie Hamburg- New York sogar „auf große Fahrt gingen“! Nach Marx H. Reese, Christian Reese und Hans Reese, führt nun Fischwirtschaftsmeister Gunnar Reese die Fischzucht – heute das größte Fischzucht- und Fischereiunternehmen in Schleswig-Holstein.

Auf der Papiermühle in Sarlhusen laufen alle Fäden zusammen: Fischfang, Fischzucht, Verarbeitung, Veredelung, Vertrieb und Transport in alle Richtungen. In verschiedenen Teichanlagen werden Fische gefüttert, aufgezogen und zusammen mit Fangfisch aus den Fischereien Ostholsteins verarbeitet, veredelt oder als Besatzfische verkauft. Vom Stichling bis zum Zander – vom Ei bis zum Speisefisch.
In der Verarbeitung treffen wir erneut auf Tradition, denn geräuchert wird nach eigener Rezeptur im traditionellen Altonaer Ofen.

Das Zusammenspiel verschiedener Betriebszweige ermöglicht der Fischzucht Reese beinahe alle Wünsche im Süßwasserfischgeschäft zu erfüllen. Die Schaltzentrale in Sarlhusen, genauer „das Reese-Büroteam“, arbeitet unermüdlich an einer reibungslosen Abwicklung von Bestellung und Transporten.
Finden Sie es heraus!