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Position des KNAQ zur Überarbeitung der Landesstrategie Aquakultur

Im Rahmen des Parlamentarischen Abend "Zukunftstechnologie Aquakultur – Braucht Schleswig-Holstein eine neue Strategie?" am 21.08.2018 in der Kunsthalle Kiel hatte Dr. Stefan Meyer die Gelegenheiten die wichtigsten Positionen zur Überarbeitung der Landesstrategie Aquakultur aus Sicht des KNAQ zu präsentieren und mit den Anwesenden zu diskutieren.

Gemeinsam mit Anke Erdmann, Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Schleswig-Holstein, Ulrike Rodust (Abgeordnete im Europäischen Parlament für die SPD in Schleswig-Holstein), Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e.V.), Bernd Voß (Abgeordneter des Landtags Bündnis 90 / Die Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag), Dr. Stefan Meyer (Kompetenznetzwerk Aquakultur) und weiteren Experten und Expertinnen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wurden die Perspektiven der Zukunftstechnologie Aquakultur in Schleswig-Holstein und Deutschland diskutiert werden. Dieser Abend fand im Rahmen des Semestertopic "Nachhaltige Aquakultur" des Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft" an der Uni Kiel statt.

Im Rahmen seines Vortrag stellte Dr. Stefan Meyer, Koordinator des KNAQ, die wichtigsten Schlussfolgerungen aus den letzten sechs Jahren KNAQ-Arbeit und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Landesstrategie Aquakultur zur Diskussion. Die Folien seines Vortrages stehen in der rechten Spalte zum Download bereit.

  1. Die Landesstrategie für nachhaltige Aquakultur (von 2014) muss dringend aktualisiert werden und die wirtschaftlichen Potentiale der Aquakultur anerkennen und fördern. Eine reine „Aquakulturerhaltung“ (Koalitionsvertrag) ist eine Bankrotterklärung an eine florierende Branche!
  2. Die vier Achsen der alten Strategie sind im Grundsatz noch gültig, sollten aber durch eine fünfte Achse „Nutzung der gesamten Aquakultur-Wertschöpfungskette“ ergänzt werden. Hierzu zählen die Anerkennung der Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen und der Unternehmensgründung aus den Bereichen Futtermittel, Technologie, Beratung, Planung und Wissenschaft. Insbesondere junge, gut ausgebildete Fachkräfte, teilweise mit akademischen Hintergrund, bauen mit ihrem Schritt in die Selbstständigkeit und in die Privatwirtschaft in der Aquakultur-Branche ihre berufliche Zukunft auf. Dies ist aus gesamtgesellschaftlicher Sicht und auch für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein wünschens- und unterstützenswert.
  3. Die Aquakultur in SH braucht Raum. Um im internationalen Wettbewerb mit einer „Ansiedlungsstrategie“ für Kreislaufanlagen und Ostsee-Aquakultur konkurrenzfähig zu sein, müssen Standorte für solche Unternehmen entwickelt werden. Es sollte zumindest das Planungsziel „Aquakultur“ in der Landesplanung platziert und schädliche Hindernisse in der Ansiedlung (z.B. nach GRW-Koordinierungsrahmen) beseitigt werden. Außerdem sollte die Tätigkeit des Genehmigungslotsen Aquakultur von einer geeigneten Institution fortgesetzt werden (aktueller Stand: endet April 2019).
  4. Die Aquakultur braucht Planungssicherheit. In den vergangenen Jahren sind mehrere vielversprechende Investoren (aus SH und anderswo) auf Grund der „wechselhaften“, d.h. teilweise uneinheitlichen bzw. widersprüchlichen, Ausdrucksweise der behördlichen Entscheidungsträger abgewandert. Als Weiterentwicklung zu bestehenden Hilfsmitteln (z.B. Genehmigungsleitfaden) braucht es klare Handlungsanweisungen und Leitfäden für die Behörden. Diese sollten sich an echten Nachhaltigkeits-Kriterien, d.h. unter angemessener Berücksichtigung von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft, orientieren. Solche Leitfäden können m.E. nicht von der öffentlichen Verwaltung alleine verfasst werden, sondern müssen die gesamte Branche einbeziehen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion machte insbesondere Frau Anke Erdmann, Staatssekretärin im MELUND, deutlich, dass die Landesregierung und insbesondere das MELUND den offenen Dialog zur Fortschreibung der Landesstrategie zeitnah in Angriff nehmen werden und dabei alle Interessengruppen des KNAQ einbeziehen werden. Der neue Schleswig-Holsteiner Landwirtschaftsminister und bisherige Europa-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht wird ab dem 01. September 2018 die Nachfolge von Robert Habeck antreten.

Wir bleiben dran!


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