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15.05.2017

EU Verordnung 142/2011 wurde geändert

Eine jüngste Änderung der EU-Verordnung 142/2011 zur Definition von Fischmehl und Fischöl hat den Weg zur Verwertung von Seesternen der Art Asterias rubens aus Muschelfischereibeifang frei gemacht. Bisher waren Seesterne von der Verwertung zu Fischmehl bzw. Fischöl ausgenommen, obwohl andere Weichtiere (Mollusca) und Schalentiere (Crustacea) verarbeitet werden durften. Da nach Auffassung der Kommission Seesterne in ausreichender Menge bei der Muschelfischerei als Beifang anfallen, ohne dass sich dies negativ auf deren Bestände auswirkt, wird diese Ressource nun für die Verwertung als Proteinquelle in Tierfutter, z.B. Hühner oder Schweine, frei gemacht. Im Interesse des Umweltschutzes sollte die Entnahme der Seesterne allerdings auf Muschelwirtschaftsgebiete beschränkt bleiben. Ob die Verwendung anderer, vergleichbar verwertbarer Meerestiere (z.B. aus Aufwuchs auf maritimen Oberflächen) in Zukunft in der Verordnung aufgenommen wird, ist nicht bekannt. In der selben Änderung wurde außerdem die Verwertung von in Aquakultur gezüchteten wirbellosen Wassertieren unter die Definition von Fischmehl und Fischöl aufgenommen. Im Begründungsteil der Änderung wird unter anderem der Seeringelwurm (Nireis virens) als eine wichtige Proteinquelle für die Fischernährung genannt, dessen Verwertung somit nun durch diese Verordnung abgedeckt ist.


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