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14.06.2017

Deutschlandweite Premiere in Sukow

Sukow ? Zum ersten Mal seit es Aquakulturen für Afrikanischen Wels in Deutschland gibt, trafen sich am 14. Juni über 20 Erzeuger und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Netzwerktreffen über diese besondere Fischart in Sukow bei Schwerin. Organisiert wurde die Veranstaltung von der „Sukower Bioenergie und Welsfarm GmbH & Co. KG“ mit dem Ziel, den Kontakt zwischen den Beteiligten in dieser noch kleinen Sparte der Fischbranche zu verstärken und sich über Erfahrungen bei der Aufzucht und Vermarktung auszutauschen.


Erst vor kurzem wurde am internationalen „Tag des Meeres“ wieder auf Themen wie Verschmutzung und Überfischung in den Ozeanen der Erde aufmerksam gemacht. Doch wie können wir uns in Deutschland in Zukunft nachhaltig mit dem wertvollen Lebensmittel Fisch versorgen? „Eine Antwort auf diese Frage bieten seit fast zehn Jahren die Aquakulturen für Afrikanischen Wels im Land“, so Catharina Haenning von der Sukower Welsfarm. „Etwa zwölf Anlagen ziehen derzeit im Bundesgebiet diese Fischart auf. Doch der rotfleischige Wels ist beim Verbraucher noch relativ unbekannt und wir müssen gemeinsam etwas dafür tun, dass der Wert dieser nachhaltigen Lebensmittelerzeugung mehr erkannt wird.“ Das besondere sei, dass man in den Kreislaufanlagen alle Umwelteinflüsse kontrollieren, dass der Afrikanische Wels ohne Medikamente aufgezogen werden könne und im Verhältnis zu anderen Fischarten schnell wachse. Die Wärme, die der Fisch für sein Wohlbefinden benötigt, werde bei den meisten Erzeugern mit Biogasanlagen aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt. Das alles mache es möglich, den Fisch umweltfreundlich und artgerecht aufzuziehen und man könne ein absolut reines Produkt garantieren. „Doch jeder hat hier und da noch Punkte in seiner Anlage, die verbessert werden können“, so Christian Karp, Betriebsleiter der Welsfarm in Sukow. „Sei es bei der Technik oder bei der Vermarktung. Hier können wir noch das eine oder andere voneinander lernen.“


Nach einer Besichtigung der Fischhalle der Sukower Welsfarm ging es in drei Fachvorträgen im Gasthaus „Zur Tenne“ um Anlagentechnik, Fütterung und Aquaponik, also die Aufzucht von Pflanzen in Fischwasser. Referenten waren Dr. Günther Scheibe von PAL-Anlagenbau, Dr. Florian Nagel von Aller Aqua Research und Prof. Dr. Harry Palm von der Universität Rostock.


Die Teilnehmer aus Bayern, Sachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern diskutierten angeregt über ihre Erfahrungen. Beim abschließenden Abendessen wurde eine Variation vom Sukower Wels verkostet. Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass der Kontakt untereinander nun verstärkt werden und das zweite Netzwerktreffen in wenigen Monaten folgen solle. „Ich freue mich, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde und bin überzeugt, dass wir nun gemeinsam etwas für den weiteren Erfolg unseres Fisches leisten können“, so Catharina Haenning.


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