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30.05.2016

Aquakultur und die WRRL/MSRL

Die Europäische Kommission hat im Rahmen einer "high level" Konferenz am 24. Mai 2016 in Brüssel, ein Resümee zum nachhaltigen Wachstum der Europäischen Aquakultur gezogen. In Anwesenheit von hochkaratigen Vertretern der verschiedenen Branchenzweige und anderen „stakeholdern“, betonte Kommissar Karmenu Vella die Vorreiterrolle der europäischen Aquakultur im Bereich der Produktqualität und der hohen Qualität in Forschung und Umweltstandards. Mehr Wachstum müsse nun vor allem durch verbesserte Rahmenbedingungen für Unternehmen und durch gezielte Fördermaßnahmen unterstützt werden.

Mehr Informationen zur Konferenz „Tapping into blue growth: the way forward for European aquaculture” finden Sie hier.

Insbesondere in Hinblick auf die Verbesserungen der Rahmenbedingungen, die zum Beispiel durch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) abgedeckt werden, verabschiedete die Kommission noch am selben Tag ein Merkblatt (Commission Staff Working Document) zur Umsetzung der WRRL/MSRL in Bezug auf Aquakulturvorhaben. Dieses 35-seitige Dokument besitzt zwar keinen rechtsverbindlichen Charakter, enthält aber die kondensierten Erfahrungen und Empfehlungen von verschiedenen stakeholder-Gruppen im Umgang mit diesen Regularien. Es listet u.a. konkrete Empfehlungen für „best practice“, d.h. „gute fachliche Praxis“, von Genehmigungsbehörden und Praktikern auf. Unter diesen Empfehlungen finden sich Forderungen nach mehr Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung im Genehmigungsverfahren, aber auch Vorschläge für die Anerkennung von Naturschutzdienstleistungen, die insbesondere von extensiven Aquakulturverfahren (z.B. Muschelkultur, Teichwirtschaft) geboten werden.

Das Dokument stellt einen lesenswerten Abriss über alle in Europa vertretenen Aquakulturbranchen und ihre jeweils spezifischen Wechselwirkungen mit WRRL/MSRL dar. Für Schleswig-Holstein kann dieses Dokument auch als Unterstützung für die weitere Umsetzung der Landesstrategie „Strategie zur Entwicklung einer nachhaltigen Aquakultur in Schleswig-Holstein“ verstanden werden, denn es greift u.a. die Produktionsbereiche Kreislaufanlagen, IMTA, extensive Teichwirtschaften und Muschelkultur konkret auf. Es wird somit für Produzenten, Genehmigungsbehörden und Dritte einfacher, international anerkannte „best practice“ auch in Schleswig-Holstein umzusetzen.


alle Einträge von 2016

Das Merkblatt herunterladen:

COMMISSION STAFF WORKING DOCUMENT
On the application of the Water Framework Directive (WFD) and the Marine Strategy
Framework Directive (MSFD) in relation to aquaculture.
(PDF-Datei, 36 Seiten, englisch)