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16.11.2015

KNAQ Vortrag bei Aquaculture in Motion 2015

Am 16.11.2015 fand in den Räumlichkeiten des Ausschusses der Regionen (Committee of the Regions) in Brüssel die diesjährige Vortragsveranstaltung "Aquaculture in Motion" der FEAP statt. Das Motto lautete: "Integrierte Aquakultur".

Unter dem Begriff Integration verstanden die Organisatoren nicht nur die Verknüpfung von verschiedenen Produktionstechniken (siehe unten), sondern auch die Integration von Aquakultur in die Gesellschaft, gesunde Ernährung und ihre Rolle als Wirtschaftskraft u.a. in ländlichen Regionen Europas.

Das vollständige Programm und die Vorträge können auf der Internetseite der FEAP gefunden werden.

In seinem Vortrag mit dem Titel "Integrating aquaculture with agriculture" stellte KNAQ-Netzwerkkoordinator Stefan Meyer die beiden land- und wasserbasierten Branchen gegenüber. Er betonte, dass für den fruchtbaren Dialog zwischen diesen beiden Branchen nicht die Frage entscheidend ist, wo weniger Futter eingesetzt oder Landfläche verwendet wird. Vielmehr komme es darauf an, nach sinnvollen Synergien zwischen der landbasierten Tierproduktion und der (landbasierten) Aquakultur zu suchen, um beide Branchen noch nachhaltiger und zukunftsfähiger zu machen.

Als Beispiele hierfür nannte er die Produktion von Fisch und Tomaten in Aquaponics, d.h. die integrierte Produktion in Gewächshäusern. Aktuelle Beispiele aus Forschung, Pilotanlagen und der Realwirtschaft zeigen, dass es hierbei gegenseitige Gewinne in der Verwendung von Nährstoffen und Energie gibt, aber auch das Marketing von derart produzierten Produkten (Stichwort: Tomatenfisch) positiv aus der grauen Masse heraussticht. Bevor jedoch die Aquakultur, insbesondere die intensiven landbasierten Kreislaufverfahren, auf Augenhöhe mit den etablierten landwirtschaftlichen Verfahren (z.B. Hühner- oder Schweinemast) agieren können, müssen sie ein UP-SCALING erfahren. Herr Meyer stellte hierbei den Fischpark Westküste in Hemmingstedt, Dithmarschen als Beispiel vor. Dieser Standort bietet ein signifikantes Flächen- und Energie-Potential für die Ansiedlung einer solchen Aquakultur.

Der zweite Entwicklungsschritt, den die Kreislauf-basierte Aquakultur noch tun muss, betrifft die Energie- und Kostenersparnis in der Produktion. Ähnlich wie die intensive Nutztierhaltung, steht die Kreislaufanlagen-Aquakultur vor der Herausforderung, ihre Ressourcen maximal effizient umzusetzen und gleichzeitig ihren Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Durch das Ausweichen auf bereits vorbereitete Gewerbeflächen oder auf landwirtschaftlich nicht sinnvoll nutzbare Flächen und durch die Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien kann die Kreislaufaquakultur dies erreichen. Wie so häufig in der Aquakulturbranche, sind die skandinavischen Länder einen Schritt voraus. In Norwegen und Dänemark werden aktuell große (1000t+) Lachs-Produktionsanlagen gebaut und betrieben, die in dieser Hinsicht richtungsweisend sind. Regionalen Plattformen, wie dem KNAQ, kommt bei der Entwicklung von Standorten und der Vorbereitung von Synergieeffekten eine Schlüsselrolle zu. Sie können auf der lokalen Ebene die richtigen Akteure auch aus sehr unterschiedlichen Branchen zusammenbringen und bei der Ansiedlung unterstützen.

Frau Ulrike Rodust, Mitglied des Europäischen Parlaments und Mitglied im Fischereiausschuss des EP, rief in ihrem Schlusswort zur Definition des Begriffs der nachhaltigen Aquakultur auf. Sie sieht insbesondere in dem sich in Gründung befindenden Aquaculture Advisory Council, einem beratenden Gremium mit Vertretern der Industrie und Zivilgesellschaft, ein kompetentes Organ auf europäischer Ebene.


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